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CDU fordert Diskoboykott

Hannover - 19.01.2009

Nachdem schon wieder ausländische Jugendliche an Diskotüren abgewiesen wurden, fordern CDU-Politiker einen Boykott aller Diskos mit diskriminierender Einlasspolitik. Es handele sich keineswegs um Einzelfälle.

Das sagt Ratsherr Friedrich-Wilhelm Busse: „Ich bin entsetzt und schäme mich für diese Stadt.“

Die Ratsmitglieder hatten am Wochenende gemeinsam mit Oberbürgermeister Stephan Weil am Raschplatz Postkarten gegen Diskriminierung an Diskotüren verteilt. Noch am gleichen Abend machte Busse die Probe aus Exempel. In Begleitung zweier türkischstämmiger Jugendlicher bat er um Einlass in die Osho-Diskothek. Während der Ratsherr die Tür passieren durfte, mussten seine Begleiter draußen bleiben.

Wie gestern bekannt wurde, haben Busse und seine Fraktionskollegin Christine Handke anschließend noch „Dutzende Male“ beobachtet, wie „Besucher mit offensichtlichem Migrationshintergrund“ an der Eingangstür der Osho-Diskothek ohne Begründung abgewiesen wurden. „Ich habe mit vielen Betroffenen gesprochen“, sagte Busse gestern. Ein Umdenken der Disko-Betreiber werde erst einsetzen, wenn sich die Gäste wehrten und wegblieben, sobald sie Zeuge solcher Vorfälle würden.

Bereits im Juli war die Osho-Disko in die Schlagzeilen geraten. Damals sollen Türsteher vier türkische und israelische Gäste des Alfelder Lions-Clubs abgewiesen haben, ihren deutschen Gastgebern jedoch Einlass gewährt. Damals bestritten die beiden Osho-Geschäftsführer eine diskriminierende Einlasspolitik vehement. Auch gestern teilte Alexander Schreiber mit: „Es gibt bei uns keine Einlasspolitik, die Ausländer verbietet.“ Nach den neuerlichen Vorwürfen wolle er nun das Gespräch mit der Stadt suchen.

Busse betont, dass das Problem nicht auf die Osho-Disko reduziert werden könne. „Wir wissen doch, dass das überall passiert.“ Der Test der Ratsmitglieder war nicht der erste. Bereits im August hatte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke einen ähnlichen Versuch unternommen. Gemeinsam mit drei Afrikanern besuchte er verschiedene Diskotheken. In fünf Fällen wurden die schwarzen Gäste abgewiesen.

Quelle: http://www.haz.de
Erstellt: markus


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